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Disziplinen

Diziplinen

Um hier alle Disziplinen aufzuzählen, würde diese „kurze“ Einführung ins Westernreiten noch länger werden als sie eh schon ist. Hier also „nur“ die Bekanntesten. Wie oben schon erwähnt, lassen sich alle Disziplinen noch auf die Arbeit des Cowboys zurückführen, ich werde nun auch etwas näher darauf eingehen.

Pleasure:

Marina und "Maggie"


Früherer Nutzen:
Ein Cowboy musste lange im Sattel sitzen und konnte dabei nur selten gemütlich im Schritt dahinschlendern. Er musste über lange Strecken Traben oder Galoppieren. Da hätte er bei schwungvollen Gängen nach wenigen 100 Metern schlapp gemacht. Also musste das Pferd sehr flache und bequeme Gänge entwickeln, damit ihr Reiter lange im Sattel sitzen konnte, ohne dass ihm die Puste ausging.

Heute:
Heute ist Pleasure (= englisch „Vergnügen“ oder „Freude“) eine Disziplin, die immer mehr Anhänger findet. Man reitet sein Pferd in der Gruppe in allen drei Grundgangarten auf den Hufschlag. Es soll so wirken, als ob es keinerlei Mühe machen würde, dieses Pferd versammelt und am losen Zügel zu reiten. Es soll ein „Vergnügen“ sein, dieses Pferd zu reiten und der Eindruck soll geweckt werden, dass man das Pferd stundenlang galoppieren (oder Traben) könnte.

Reining


Früherer Nutzen:

Wenn ein Kalb versuchte aus der Herde auszubrechen, musste das Pferd schnell und wendig sein, um das Kalb nicht entwischen zu lassen .Das Pferd sollte auf die geringste Hilfe die Richtung wechseln, anhalten oder dergleichen. Zusätzlich brauchte das Pferde den so genannten „Cowsense“ (zu dem komme ich beim Cutten).

Heute:
Die Reining ist wohl die bekannteste Disziplin im Westernreitsport (sie wird wohl auch bald bei Olympia vertreten sein). Sie besticht durch Manöver wie z.B. Sliding Stop , das Anhalten aus dem rasanten Galopp (Tempo dafür wird auf der langen Seite, dem Run Down aufgebaut), wobei das Pferd die Hinterhand untersetzt und bis zu 15m weit“ rutscht“. Die Vorderbeine laufen dabei weiter. Der Spin, eine 360° Wendung auf der Hinterhand. Dabei sollte sich das innere Hinterbein möglichst nicht von der Stelle bewegen. Optimalerweise „dreht es sich in den Boden“. Die Speed Control. Hierbei werden schnelle (und die sind wirklich schnell), große Zirkel und kleine (etwa die Größe einer großen Volte) langsame Zirkel geritten – Sinn: der Reiter beweist damit, dass er sein Pferd ohne erkennbare Hilfengebung in der verschiedenen Tempi reiten kann). Der Roll Back, dieser folgt immer einem Stop). Das Pferd setzt sich auf die Hinterhand und beschreibt eine 180° Wendung mit der Vorderhand, um daraus gleich wieder in den Handgalopp zu springen. Zu guter Letzt sind noch die fliegenden Galoppwechsel zu nennen, die aber keiner weiteren Erklärung bedürfen.

Cutting


Früherer Nutzen:
In Gegensatz zur Reining, geht es beim Cutting (= englisch „abschneiden“, dabei ist der Weg der Kuh gemeint) darum, dem Kalb den Weg zurück zur Herde abzuschneiden (um es z.B. brennen zu können). Diese Pferde besitzen den so genannten „Cowsense“. Man spricht dann davon, dass das Pferd das Rind „lesen“ kann. Es weiß sozusagen vorher, wie das Kalb reagieren wird, und reagiert seinerseits selbstständig darauf.

Heute:
Der Sinn ist wie immer erhalten geblieben. Am Turnier sieht es so aus: Der Reiter sondert eine Kuh aus der Herde aus, und versucht dann, das Kalb daran zu hindern, zur Herde zurückzukehren. Das Verblüffende daran ist, dass, sobald eine Kuh ausgesondert wurde, der Reiter seine Zügelhand (es wird einhändig geritten) auf den Hals des Pferdes ablegt, und KEINERLEI Hilfen mehr gibt. Das Pferd macht die „Arbeit“ selbstständig. Sobald der Reiter seine Hand wieder hebt, ist die Arbeit mit diesem Rind beendet. Er kann sich innerhalb der vorgegebenen Zeit mehrere Rinder aussondern. Insgesamt haben Cutter 90 Sekunden Zeit, um zu zeigen wie ihr Pferd an der Kuh arbeitet.
Wer von euch mal die Möglichkeit hat eine Cutting zu sehen, dann möchte ich sie euch sehr empfehlen, auch Nicht-Westernreiter werden davon begeistert sein.

Working Cowhorse


Früher wie Heute:
Working Cowhorse ist eine Kombination aus Reining und Cutting. Es soll beweisen, dass dieses Pferd all das kann, was ein Westernpferd können muß, um Kühe zu hüten. Zuerst wird die Fence Work (=Trockenarbeit) bestehen aus einer Reining absolviert, um gleich im Anschluß an einer Kuh „zu arbeiten“. Eine einzelne Kuh wird zu Reiter gelassen und es ist das Ziel die Kuh dazu zu „bewegen“ einen kleinen Kreis zu laufen.

Trail


Früherer Nutzen:
Das Gelände, in dem ein Cowboy unterwegs war, war nicht immer das, was wir unter „Gelände“ verstehen. Es ging über hölzerne Brücken, es mussten Gatter geöffnet und wieder geschlossen werden (natürlich stieg der Cowboy nicht ab), da lagen allerhand Sachen am Boden rum (angefangen von umgestürzten Ästen über große Steinbrocken, bis hin zur Überquerung eines Baches.). Dabei musste das Pferd immer ruhig und gelassen sein und die Hindernisse ohne großes Murren überwinden.

Heute:
Auch noch heute müssen bei einem Trail verschiedenste Hindernisse überwunden werden; durch ein Flatterband reiten, Brücke überqueren, diverse Hindernisse müssen rückwärts oder seitwärts bewältigt werden, Tor öffnen und schließen, Slalom in den verschieden Gangarten usw.

Abschließend bleibt zu sagen...

Dies sind nun die bekanntesten Westerndisziplinen. Es gibt natürlich noch Dutzende mehr.
Aber diese hier aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Wenn ich aber euer Interesse
geweckt habe, dann könnt ihr euch ja mal auf einem Westernturnier persönlich davon
überzeugen, wie vielfältig der Westernreitsport ist. Die „großen 3“ (Reining, Pleasure und
Trail) findet man auf jeden Turnier. Solltet ihr noch fragen zum Westernreiten haben, haben wir natürlich immer ein offenes Ohr für euch. Nun bleibt mir nur noch eins zu sagen:


DON´T ONLY RidE… JUST SLidE!


Danke an Marina Söllner, Juni 2004