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Das Kutschpferd und dessen Grundausbildung

Pferdeausbildung im Fahrsport

Natürlich eignet sich der Tinker nicht nur für das Reiten. Egal ob klein ,groß, leicht oder schwer, der Irish Tinker zeichnet sich gerade durch seine Vielseitigkeit aus. Deshalb liegt es auch dem ein oder anderen Pferdebesitzer nahe, sein Pony/Pferd einzuspannen und die Natur vom Kutschbock aus genießen zu wollen.

Welche Vorraussetzungen an das Pony/Pferd notwendig sind und wie die ersten Schritte aussehen können, erfahrt ihr hier in der Tinkerwelt.

Grundvorraussetzungen eines guten Kutschpferdes:

Die ersten Schritte eines zukünftigen Fahrpferdes:

1. Longe 
2. Doppellonge 
3. Geschirr 
4. Doppellonge mit Geschirr 
5. Schleppe  
6. Dopplellonge mit Geschirr und Schleppe 
7. Kutsche 

Der Einstieg ins Fahren oder: "Wie fange ich an?"

Ein Irish Tinker

in Suffolk (England) beim Fahrwettbewerb

Als erstes muss das Pferd lernen sicher an der Longe zu gehen und auf die Stimmkommandos zu reagieren. Die Stimme wird später vor der Kutsche eine der wichtigsten Hilfen des Fahrers sein. Als nächstes wird das Pferd an der Doppellonge gearbeitet. Diese sollte auf jeden Fall von einer fachkundigen Person übernommen werden, da dabei sehr viele Fehler gemacht werden können. Die Doppellonge bereitet das Pferd auf die Leinenhilfen vor und macht sie ihm verständlich. Das Pferd muss dabei auch lernen, die äußere Leine die oberhalb des Sprunggelenks verläuft zu akzeptieren. Wenn das Pferd sicher an der Doppellonge geht, kann es an das Geschirr gewöhnt werden. Wichtig dabei ist, dass das Geschirr korrekt angepasst wird, und das Pferd sehr vorsichtig an das Geschirr gewöhnt wird, besonders die Scheuklappen oder der Schweifriemen müssen vorsichtig angelegt werden, da diese für das Pferd sehr ungewohnt sein werden.

Für das erste Anschirren empfiehlt sich ein Brustblattgeschirr, da es leicht ist und sich jedem Pferd anpassen lässt. Zunächst wird das Pferd mit dem Geschirr geführt, um sich besser daran gewöhnen zu können. Ein Helfer kann dann auch die Zugstränge nehmen und damit die Hinterbeine des Pferdes berühren. Bei der Gewöhnung an das Geschirr sollte in kleinen Schritten vorgegangen werden, d.h. zuerst Selett und Schweifriemen, dann Brustblatt dazu und am Ende erst das Kopfstück. Je mehr sich der Ausbilder in den ersten Tagen der Gewöhnung Zeit nimmt, desto leichter wird die weitere Ausbildung.


Die ersten Schritte sind getan: was folgt nun?

Corinne Eisele

aus Frankreich mit dem Irish Tinker Hengst "Chance" vor dem Kutschbock

Akzeptiert das Pferd das neue Geschirr und lässt es sich auflegen, sich führen und duldet die Berührung der Zugstränge an den Hinterbeinen ruhig und ohne sich zu verspannen, kann das Pferd mit Geschirr an der Doppellonge gearbeitet werden. Geht das Pferd sicher mit Geschirr an der Doppellonge kann die Schleppe hinzugenommen werden. Diese hängt man am besten in einem umzäunten Platz an, falls das Pferd in Panik gerät. Dazu werden die Stränge mit Seilen je um ca. 3m verlängert und daran wird eine Schleppe befestigt. Es ist darauf zu achten, dass sich die Schleppe schnell lösen lässt, falls das Pferd in Panik gerät. Als Schleppe eignet sich ein Autoreifen oder ein ca. 2m langer Balken. Damit wird das Pferd geführt, während ein Helfer auf die Schleppe achtet. Das Pferd sollte mit der Schleppe auch über verschiedene Untergründe geführt werden um sich an die Geräusche zu gewöhnen. Schließlich wird das Pferd auch mit Geschirr und Schleppe an der Doppellonge gearbeitet.

Es ist so weit: das Pferd vor der Kutsche!

Irish Tinker

in Suffolk (England)

Läuft es sicher und ruhig mit gleichmäßigem Tempo und ist dabei gut zu regulieren, kann das Pferd schließlich vor die Kutsche gespannt werden. Dabei sollte auf jeden Fall erfahrener Trainer helfen. Wichtig ist, dass die Kutsche sicher und stabil ist und für das Pferd geeignet ist. Das Pferd wird vor den Wagen gestellt (Gabeln nach oben) und von einem Helfer sicher gehalten. Ein anderer befestigt vorsichtig den Wagen am Pferd, nimmt die Leinen auf und steigt vorsichtig auf die Kutsche. Während den ersten Metern wird das Pferd noch geführt. Wenn das Pferd vor der Kutsche zuerst nur Trab anbietet, sollte dies akzeptiert werden, da das Pferd im Trab die Kutsche leichter ziehen kann. Erst in den weitern Tagen der Ausbildung wird der Schritt gefestigt. Auch ein Kutschpferd wird nach der Skala der Ausbildung ausgebildet:

Takt-Losgelassenheit-Anlehnung-Schwung-Geraderichten-Versammlung und als Ziel: Durchlässigkeit.



Wie geht es mit der Pferdeausbildung weiter?

Corinne Eisele

aus Frankreich mit dem Tinkerhengst "Chance" vor der Kutsche

Das Einfahren eines Pferdes kann je nach Pferd nur wenige Wochen oder sogar mehrere Monate dauern.Die gesamte Ausbildung zum Fahrpferd sollte von einem erfahrenen Trainer übernommen werden. Es ist wichtig, dass während der Ausbildung stets mit Vorsicht und Ruhe vorgegangen wird und das Pferd auf keinen Fall überfordert wird. Erst wenn ein Ausbildungsschritt sicher gefestigt ist, d.h. das Pferd ihn in Ruhe und entspannt ausführt, sollte zum nächsten Schritt übergegangen werden. Es ist auch wichtig, dass regelmäßig (möglichst täglich) trainiert wird, aber nie zu lange.

Der Tinker vor der Kutsche

Tanja genießt die schönen Stunden von der Kutsche aus ... .

Auch die Auswahl des geeigneten Fahrlehrers ist sehr wichtig, da manche Trainer zu schnell vorgehen und somit die Pferde überfordern. Haben die Pferde erst einmal schlechte Erfahrungen gemacht und haben Angst bekommen weil sie z.B. zu früh angespannt wurden ist es meist sehr schwierig und zeitaufwendig diese wieder zu korrigieren. Am besten schaut man dem Trainer auch einmal bei der Arbeit mit seinen Pferden zu oder hört sich bei anderen um, bevor man sich entscheidet.
Es ist empfehlenswert bevor man sein Pferd einfährt selbst einen Fahrkurs zu absolvieren. Dabei lernt man ein Gespann (1-und 2-spännig) in Gelände und Verkehr zu fahren (DFA IV). Möchte man später auch mit seinem Pferd im Verkehr oder im Gelände fahren ist es versicherungstechnisch besser, wenn man ein Fahrabzeichen hat.

Alles nachzulesen in "Richtlinien für Reiten und Fahren" ( Band 5 – Fahren FN-Verlag)

Die Fahrabzeichen:

DVA IV  1- und 2-spännig in Verkehr und Gelände + Theorie 
DFA III
(Bronze)  
2-spännig Dressuraufgabe und Kegelparcours auf dem Fahrplatz + Theorie 
DFA II
(Silber)  
4-spännig 
DFA I
(Gold)  
wird bei Turniererfolgen in Klasse M und S verliehen 



Das war jetzt erst mal ein kleiner Überblick. Für weitere Fragen stehe ich immer gerne zur Verfügung.

Franziska Walter