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Altersbestimmung des Pferdes

Schneidezähne des Unterkiefers eines Pferdes:

Die Kunde von I1 ist weitgehend abgerieben, Kernspur an I1 und I2 bereits sichtbar, etwa 6 Jahre alt. I1-I3 Schneidezähne, C Caninus (Hengstzahn).

Die Zahnalterbestimmung

Pferdegebiß

Über die Beschaffenheit der Zähne kann man Rückschlüsse auf das Alter des Pferdes ziehen. Wie ihr Rückschlüsse auf das genaue Alter Eures Pferdes ziehen könnt, erfahrt ihr hier.

Die Zahnaltersbestimmung basiert auf mehreren Kriterien:

* Durchbruch der Milchzähne
* Zahnwechsel bzw. Durchbruch der bleibenden Zähne
* Abnutzung der Kunden (Infundibula): Als Kunde (auch Marke, Bohne) bezeichnet man becherartige Schmelzeinstülpungen an den Schneidezähnen. Sie sind beim durchbrechenden Schneidezahn im Oberkiefer 12 mm, im Unterkiefer 6 mm tief und nutzen sich etwa 2mm/Jahr ab. Dann bleibt nur noch ein kleines Pünktchen, die Kundenspur sichtbar.
* Pulpahöhle: Mit der Abnutzung wird allmählich die mit Sekundärdentin aufgefüllte Pulpahöhle als bräunlicher Strich, sog. Zahnsternchen oder Kernspur, lippenwärts der Kundenspur sichtbar.
* Form der Kaufläche der Schneidezähne: Durch die Abnutzung der Schneidezähne werden diese immer weiter aus ihrem Zahnfach herausgeschoben. Da der Schneidezahn wurzelwärts seine geometrische Gestalt verändert, verändert sich auch die Form der Okklusionsfläche. Sie ist zunächst queroval, wird dann rundlich, später dreieckig und zum Schluss längsoval.
* Einbiss und Einschliff: Durch die nicht mehr 100%ige Deckung mit dem Herausschieben der I3 (3. Schneidezahn) von Oberkiefer und Unterkiefer kommt es zu einem ungleichmäßigen Abrieb, am Unterkiefer als Einbiss bezeichnet, die Kerbe am Oberkiefer-I3 als Einschliff .
* Winkel der Ober- und Unterkieferzähne zueinander: Während die Schneidezähne bei Betrachtung von der Seite zunächst senkrecht zueinander stehen (Zangengebiss), wird der Winkel durch den unterschiedlichen Krümmungsradius zur Wurzel hin mit dem Herausschieben immer spitzer (Winkelgebiss).

Allgemein gilt das die Schätzung mit fortschreitendem Alter immer ungenauer wird, aber auch bei jüngeren Pferden kann man sich durchaus um ein Jahr oder mehr verschätzen, da der Zahnabrieb vom Futter abhängig ist und auch individuell variiert.

Bei der Geburt  Das neu geborene Fohlen hat nun je zwei kleine Schneidezähne, Milchzangen genannt, an Ober- und Unterkiefer.  
4./6.Woche   An Unter- und Oberkiefer erscheinen jeweils zwei Milchmittelzähne, die die Milchzangen flankieren.  
Nach 6 Monaten  Zwei Milchzahneckpaare brechen seitlich der bereits bestehenden Zähne hervor. Somit hat das Fohlen insgesamt zwoelf Schneidezähne, sechs je Kiefer, die später durch bleibende Zähne ersetzt werden. Die Schneidezähne haben so genannte Kunden, dies sind Schwarz gefärbte , scharf abgrenzende Vertiefungen der Kauflächen. Im Laufe der Zeit verschwinden die Kunden mehr und mehr und somit bieten die Kunden eine gute Möglichkeit der Altersbestimmung.  
Mit einem Jahr  Die Kunden der Milchzangen sind verschwunden, der Zahnschmelz ist “abgeschliffen”. Die Milchmittel- und Milcheckzähne weisen nach wie vor die Kunden auf.  
1,5 Jahre  Die Milchmittelzähne sind ohne Kunden, die Milcheckzähne dagegen weisen sie weiterhin auf.  
2 Jahre   Auch die Milcheckzähne zeigen keine Kunden mehr auf.  
2,5 Jahre  Die Milchzangen werden durch bleibende Zangen ersetzt, die wiederum Kunden haben.  
3,5 Jahre  Die Milchmittelzähne wechseln. Die neuen Mittelzähne weisen ebenfalls Kunden auf.  
4,5 Jahre  Alle Milchzähne sind ersetzt. Das Pferd besitzt jetzt an Unter- und Oberkiefer je eine komplette Reihe bleibender Schneide- und Backenzähne, alle haben Kunden.  
7 Jahre  Die Kunden der Zangen des Unterkiefers verschwinden.  
8 Jahre   Die Kunden der unteren Mittelzähne zeigen Zeichen der Abnutzung.  
9 Jahre   Die Kunden der unteren Eckzähne und der oberen Zangen sind nun verschwunden. Dafür zeigen sich jetzt anstelle der vorherigen Kunden oder an der Vorderkante der Schneidezähne kurze schwarze Linien oder auch schwarze Sternchen, genannt “Kundenspuren” oder “Kernspuren” bzw. “Zahnsternchen”. Sie entstehen durch die Abnutzung des Zahnschmelzes und legen somit die obere Schicht der Zahnpulpa frei. Diese Symptome beginnen bereits ganz unauffällig ab dem sechsten Lebensjahr an den Zangen. Im Alter von neun Jahren sind sie v.a. klar an den unteren Zangen und Mittelzähne auszumachen. 
10 Jahre  Jetzt verschwinden ebenfalls die Kunden an den oberen Mittelzähnen. Alle Schneidezähne zeigen jetzt Zahnsternchen.  
13 Jahre  Nach und nach werden die Kauflächen rund. Die Kundenspuren wachsen sich nun zu schwarzen Flecken aus.  
15 Jahre  An der Außenseite der oberen Eckzähne bilden sich deutlich sichtbare vertikale Rillen, diese werden “Einbiss” genannt. Der Verlauf ist von der Zahnfleischlinie bis zur Mitte der Zahnfläche. Diese Furchen entstehen bereits ab dem zehnten Lebensjahr, sind aber am Anfang mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. 
20 Jahre  Die Furchen an den oberen Eckzähnen erstrecken sich jetzt über die ganze Zahnlänge.  
25 Jahre  Die Furchen verschwinden nun wieder von der oberen Hälfte der Zahnfläche.  
30 Jahre  Die Furchen sind jetzt völlig verschwunden.  

Hinter den sechs Schneidezähnen der beiden Kiefer befinden sich jeweils bis zu zwei Hakenzähne, die bei Stuten eher selten durchbrechen und als sekundär männliches Geschlechtsmerkmal gelten. Dahinter kommt ein Zahnzwischenraum, in dem beim Reitpferd die Trense gelegt wird.
Zuletzt folgen auf beiden Seiten des Kiefers sechs vordere und sechs hintere Backenzähne.
Die vorderen Backenzähne sind zunächst als Milch- und im Alter zwischen 2,5 – 4 Jahren als zweite Zähne angelegt.
Die hinteren Backenzähne brechen erst beim etwa vierjährigen Pferd als bleibende Zähne durch.
Ein ausgewachsenes Pferd hat somit 40 Zähne, je 20 im Unter- und Oberkiefer.

Quelle: Desmond Morris “Horsewatching” & www.wikipedia.org