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Hanne und Candra

Eine zweite Chance gibt es ...

Schwarzes Glück "Candra"

in sonnengelbem Rapsfeld

Candra und ich

Ich habe meine Kleine seid der Geburt und war auch bei der „Entstehung“ dabei.

Ich hatte ihre Mutter Misty als Reitbeteiligung. Misty und ich waren die besten Freunde. Für Misty war ich jemand, dem sie vertrauen konnte und es auch tat. In Irland war sie nur Zuchtstute und hier in Deutschland wurde sie halt von mir gepflegt, geritten, Bodenarbeit etc. Durch die Bodenarbeit hat Misty sehr viel an Selbstbewusstsein gewonnen und sich nicht mehr alles gefallen gelassen von den anderen Pferden, was ich sehr toll fand. Die Bodenarbeitstunden waren immer sehr anstrengend und wertvoll für uns.

Dann kam Lennard, Candra´s Vater. Er war 2 Wochen bei uns im Stall und durfte gleich 2 Stuten beglücken. Misty konnte gar nicht genug bekommen. J

Candra

Die Zeit verstrich sehr schnell und Misty´s Bauch wuchs und wuchs. Zwischendurch bekam ich immer mal wieder einen kräftigen Tritt von Candra ab.
Laut Tierarzt sollte Candra um den 01. April kommen, ein Aprilscherz also, was sich dann tatsächlich als Scherz herausgestellt hatte, denn sie kam erst am 30.04.99 um 03.30 Uhr. Ich hatte seit dem 30. März im Stall geschlafen, da ich die Geburt nicht verpassen wollte und um sicherzugehen, dass Misty nichts passiert.

Die Geburt war herrlich. Ich konnte kaum atmen, weil ich Misty nicht stören wollte und dann war Candra da.
Sie sah aus wie ein Rehlein, schwarz mit langen Beinen und langen Ohren. Ich war völlig fertig... Misty übrigens auch, denn so eine Geburt ist ja nicht einfach.

Ich habe viel Zeit mit Misty und Candra (Candra war zu dem Zeitpunkt noch nicht mein Pferd) verbracht. Habe Candra am Strick gehen und stehen beigebracht, Hufe geben etc. .... Alles was halt ein Fohlen so können sollte.

Candra

Dann bekam ich ein Angebot, dass ich als working student nach New York in einem Reitstall arbeiten konnte, was ich annahm. Bin aber nur recht kurz dageblieben, weil es doch nicht so war, wie ich es mir vorgestellt habe. Als ich wieder zum Stall kam, ca. 3 Wochen später, ging es Misty nicht so gut, da sie etwas Durchfall hatte. Da ich im Moment nicht mehr Misty´s Reitbeteiligung war, ich war offiziell für 3 Monte weg, fuhr ich also nochmal weg, was ich bis heute zutiefst bereue. Nach ein paar Tagen bekam ich einen Anruf das Misty in die Klinik gebracht werden musste. Ich kam natürlich sofort wieder zurück und habe Misty keinen Moment mehr aus den Augen gelassen, aber sie hat es nicht geschafft. Ich habe mir schwere Vorwürfe gemacht, aber was hätte ich tun können?? Man sagte mir, dass der Durchfall nicht so schlimm sei und ich ruhig fahren durfte....

Nach Misty´s Tod habe ich das Weite gesucht und bin 2 Wochen weg gewesen. Danach war ich dann mal im Stall, um nach Candra zu sehen, ich hatte schließlich Misty versprochen, auf die Kleine aufzupassen. Ihr ging es gut. Die andere Stute hatte sich sehr gut um Candra gekümmert. Die Besitzerin von Candra war auch da. Ich wusste nicht so genau, wie ich mich verhalten sollte.
Dann kam plötzlich ein Angebot, dass sie mir Candra verkaufen würde, wenn ich denn möchte. Ich habe natürlich angenommen, da ich so auch mein Versprechen Misty gegenüber halten konnte.

Hanne mit Candra

Gesagt getan.... Aber damit war sie nicht meine, irgendwie zumindest. Habe Misty noch immer zu sehr vermisst und Candra zu sehen, war hart, da sie ihrer Mutter sehr ähnlich ist, wenn auch nicht farblich. Hab mich meist um andere Pferde gekümmert, weil ich noch nicht stark genug war für Candra, was mir die anderen Reiter vom Hof übel genommen haben, da Candra dadurch sehr ruppich zu den anderen war. Also hat man mir den Umgang mit den anderen Pferden verboten.
Ich bin dann nochmal geflüchtet, weil ich mit mir nicht mehr klar kam. Habe viele Spaziergänge gemacht und das Pferd von meiner Tante geputzt und da wusste ich, dass ich zu Candra gehöre. Ich habe neues Putzzeug gekauft und fuhr nach Hause.
Seit dem Tag an sind Candra und ich unzertrennlich und ich bin heilfroh, dass sie mir die letzten 3 oder 4 Monte, wo ich so unzuverlässig ihr gegenüber war, verziehen hat.

Jetzt würde ich Candra niemals und für kein Geld der Welt wieder her geben.
Und Misty kann sicher sein, dass ich mich gut um ihre Tochter kümmere.
Den Tierarzt rufe ich lieber einmal zu viel als einmal zu wenig an, denn die Vergangenheit hat uns gezeigt, was dann passieren kann, wenn man doch denkt, es ist nicht ganz sooo schlimm.

Alles Gute,

Hanne ( mistymaus@gmx.de )