Interaktiv Spezial Bodenarbeit Zirkus Reiten/Fahren Zucht Gesundheit/Haltung Mix
Startseite Gesundheit/Haltung Pferdekrankheiten Mauke / Raspe

Gesundheit/Haltung


Pferdekrankheiten Pferdehaltung Richtige Pferdefütterung Medizin

Borreliose ECS / Equines Cushing Syndrom Mauke / Raspe Zeckenbefall Stellungsfehler beim Fohlen Strahlfäule beim Pferd Hufrehe Atypische Myoglobinurie



Buchtipps Pferdesachen bei eBay Inhaltsverzeichnis Werbung Tinkerwelt Impressum Haftungsauschluß

Mauke

Hilfe, mein Pferd hat Mauke!

Stadien der Mauke

Woher kommt Mauke?

Meistens entsteht sie im Winter durch feuchte, matschige Koppeln, in denen sich die Pferde täglich zu lange aufhalten. Ein weiteres Problem kann eine nicht ordentlich gereinigte Box/Paddock sein, in der sich Bakterien durch Pferdekot und Pferdeurin ansammeln.
Auch eine Futterunverträglichkeit (Allergie?) ist in manchen Fällen der Auslöser.

Mauke kann auch durch eine intensive Hautreizung entstehen, z.B. bei nicht ordnungsgemäß angelegten Sandplätzen. Der richtige Sand ist wichtig. Stark quarzhaltige Sande sollten nicht verwendet werden, da hierdurch eine Reizung der Haut sehr schnell entstehen kann. Als unmittelbare Auslöser können auch Industrieverunreinigungen von Böden und Einstreu, Antifrost-Chemikalien, Streusalz oder Salz im Hallenboden, reizende Hölzer oder ätherische Öle im Paddockboden, Kunststofffasern verschiedener Bodenbeläge und sogar pieksendes Stroh verantwortlich sein.

Aber nicht nur Bakterien, sondern Parasiten oder Pilzerkrankungen können Mauke auslösen. Da sich die Symptome bei allen Maukearten sehr ähneln, ist es für einen Laien sehr schwierig, eine richtige Diagnose zu stellen. Wenn der Verdacht auf Mauke besteht, sollte man einen Tierarzt hinzuziehen.

Vorbeugung und Behandlung

Man sollte insbesondere bei Pferderassen mit starken Behängen in den feuchten Monaten darauf achten, dass Anzeichen von Mauke rechtzeitig erkannt werden. Auf gar keinen Fall sollten die Fesselhaare beschnitten oder abgeschoren werden, denn sie dienen ja zum Schutz des Hufbereiches bzw. Beinbereiches und der Fesselbeuge. Sauberkeit und richtig Pflege sowie ausgewogene Ernährung verhindern den Befall. Regelmäßige Kontrolle und rechtzeitige Behandlung verhindern die Ausbreitung. Bei der Pflege des Behanges ist darauf zu achten, dass er sauber und trocken ist und prophylaktisch einmal im Monat mit einem Desinfektionsmittel ausgewaschen wird. Nach jedem Abwaschen sind die Fesselbeugen sorgfältig zu trocknen. (Nicht mit einem Handtuch trocken rubbeln - höchstens tupfen, da dies die Haut nur noch mehr reizt! Lieber mit kühler/lauwarmer Luft trocken föhnen!)

In den Stadien eins und zwei kommt man normalerweise ohne Waschungen und Desinfektion aus. Solche Maßnahmen würden nur reizen und die Heilungsdauer verlängern. Am sauberen und trockenen Bein können zinkoxidhaltige Salben, Zink-Lebertransalben, Sulfonamidlebertransalben und Ringelblumensalbe (Calendula) angewandt werden. Bei vorhandenem Juckreiz kann die Verwendung von Salben mit einem Anteil Prednisolon (einem Kortikoid) oder einem Lokalanästhetikum angeraten sein. Diese Salben sind oft nicht optimal für die Hautneubildung, aber am Behandlungsbeginn sinnvoll. Dadurch wird der Juckreiz-Teufelskreis, denn aufgrund des Juckreizes beginnen die Pferde ihre Beine zu schubbern oder benagen, es entstehen neue Verletzungen, es setzt erneut Heilung ein, es entsteht wieder Juckreiz und so weiter.

Im Stadium drei müssen von außen krustenlösende und reinigende Maßnahmen erfolgen. Ein- bis zweimal die Woche sollten die betroffenen Areale mit medizinischen Waschsyndets, grüne Seife oder Jodseifen gereinigt werden. Nach dem Abspülen kann eine weitere Spülung mit dreiprozentigem H2O2 (Wasserstoffsuperoxid) oder einem Polyvidonjod (Betaisodona, Vetsept) erfolgen. Anschließend epithelisierende (hautneubildungsfördernde) Salben auftragen. Ab dem dritten Stadium entsteht bereits auch eine Sklerosierung der Unterhaut ( Verstärkung des Unterhaugewebes mit Verlust der Elastizität und Durchblutung). Dadurch wird die Erkrankung chronisch. Im fünften Stadium hilft, wenn überhaupt, nur eine Operation.

Verschiedene Stadien und Grade der Erkrankung können gleichzeitig an einem Bein auftreten.


Grundsätzlich muss jeder seine eigenen Erfahrungen machen, wie er den Behang pflegt und mit welchen Mitteln er dieses behandelt. Scharfe Reinigungsmittel oder Laugen sollten vermieden werden, oder sofort nach Aufbringen wieder nachgefettet werden, da wie bereits erwähnt, der Bereich der Fesselbeuge sehr empfindlich ist. Bei trockenem Wetter kann brüchige Haut mit Talkum geschmeidiger gemacht werden. Bei längerer Arbeit in tiefem Boden und feuchter Witterung kann Abdecken mit wasserabweisender Salbe (Melkfett/Vaseline) Mauke verhindern. Bei Befall leiten schonende Reinigung verbunden mit eventueller Auflösung der Krusten unter Verbänden mit zunächst indifferenten Salben jede Behandlung ein. Zur weiteren Behandlung unter Verband ist Bepanthen, eventuell in Kombination mit Kortisonsalben, Zinksalben und Jodophor geeignet. Ein Antibiogramm kann hilfreich sein.

Ebenso gibt es natürlich auch einige hilfreiche Heilkräuter und Güße gegen Mauke. Hier findet ihr einige Kräuter-Rezepte (bitte anklicken!) mit denen ihr der Mauke den Kampf ansagen könnt.

Manche weniger erfahrene Pferdehalter versuchen ihr persönliches Fehlverhalten bei Pflege und Ernährung auf die Vererblichkeit zur Veranlagung der Mauke abzuwälzen. Es ist aber bis heute nicht wissenschaftlich erwiesen, dass Mauke in den Genen fixiert, und somit vererblich ist. Es ist sicherlich unstrittig, dass verschiedene Pferderassen eher dazu neigen als andere, aber es ist auch unstrittig, dass gerade robust gehaltene Pferde in den Herbst- und Wintermonaten höhere Arbeitsintensität mit sich bringen, als hochklassige Turnierpferde, die in Boxenhaltung in trockenem Einstreu ihr Dasein fristen.

Tipps für die Maukepflege (siehe oben)

Mauke

Bei der Maukepflege gilt: „Weniger ist oft mehr.“ Da die Haut im Bereich der Fesselbeuge sehr dünn und empfindlich ist, sollte hier auch nicht allzu viel experimentiert werden.

Am besten die betroffenen Stellen 1 – 3 mal wöchentlich (je nach Schweregrad der Mauke) mit einer Beta – Isodonna Flüssigseife waschen. Diese reinigt und desinfiziert die Haut.

Weiteres können die Stellen 3 – 5 mal wöchentlich mit einer Teebaumöllotion, Klettenwurzelöl, Zink, - Ringelblumen,- oder Aloe Vera - Salbe eingschmiert werden.Teebaumöl bitte nicht pur auf die Haut geben, da diese sonst wieder gereizt wird. Teebaumöl kann mit Penatencreme vermischt werden. Die Mischung sollte erst einmal auf allergische Reaktionen getestet werden, da nicht alle Pferde Teebaumöl vertragen. Dies soll die Haut geschmeidig machen und ihr wichtige Vitamine & Nährstoffe für die Heilung spenden. Hierbei ist aber bitte vorher auf die Verträglichkeit der Produkte zu achten! Nicht jedes Pferd verträgt die gleichen Produkte! Deswegen bitte immer auf die Verträglichkeit prüfen und gegebenenfalls mit einem Tierarzt absprechen!

Beachte: Putzzeug eines "Maukepferdes" nicht bei mehreren Tieren verwenden, um eine Ansteckung zu vermeiden.

Auch von innen kann man der Mauke den Kampf ansagen.

Hier habe ich bei meinem Tinker mit dem Produkt „MicroVital“ von der Firma St. Hippolyt sehr gute Ergebnisse in kurzer Zeit erzielt. Dieses Produkt wird auch gerne bei Isländern mit div. Hautproblemen erfolgreich eingesetzt. Weitere Informationen über dieses Produkt erfährt ihr unter www.st-hippolyt.de .

Tipps zur Maukeprophylaxe (Vorbeugung):

Mauke

Anke Rüsbüldt


"Co-Autorin Drachenbändiger" fügt an:
Die Zusätze sind dem Buch „Mauke“ von Anke Rüsbüldt, Cadmos Verlag, entnommen worden. Ich kann dazu nur sagen, dass ich mit dem Drachen genau diese Erfahrungen gemacht habe und der Autorin nur zustimmen kann. In diesem Buch ist eine Liste mit bei Mauke zu verwendenden Mitteln aufgeführt, die durchaus hilfreich sein können, da jedes Pferd auf ein anderes Mittel anschlägt. Das Buch ist für 5,95 € erhältlich und befasst sich mit dem Vorbeugen, Erkennen und Behandeln der Mauke.

Danke

Sabsi's Flocke

...mit Regenschirm bewaffnet - und der Friesennerz ist auch dabei!

Ein herzliches Dankeschön an die Autorin Sabsi (www.meintinker.com)! Ebenso an "Drachenbändiger" die als Co-Autorin den Text gegengelesen und einige Zusätze angefügt hat und ebenso die tollen Fotos zur Verfügung stellte!


Ich hoffe, wir können durch Euren tollen Beitrag dem ein oder anderen Tinkerbesitzer eine Hilfestellung zu diesem leidigen Thema geben. Herzlichen Dank für diesen tollen Beitrag!